Führerschein umschreiben in Spanien: Anleitung für Deutsche 2026

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Führerschein umschreiben Spanien

Wer als Deutscher dauerhaft in Spanien lebt, kommt früher oder später an einem Thema nicht vorbei: dem Führerschein. Die Frage, ob der deutsche Führerschein in Spanien gültig bleibt oder umgetauscht werden muss, beschäftigt praktisch jeden Auswanderer. Und die Antwort ist weniger eindeutig, als man vermuten würde.

Grundsätzlich gilt: EU-Führerscheine werden in Spanien anerkannt. Aber „anerkannt“ bedeutet nicht, dass Sie sich nie darum kümmern müssen. Denn je nachdem, wann Ihr Führerschein ausgestellt wurde und wie lange Sie in Spanien leben, kann ein Umtausch verpflichtend sein. Wer die Fristen verpasst, riskiert Bußgelder bei Verkehrskontrollen – und im schlimmsten Fall Probleme mit dem Versicherungsschutz.

Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wann der Umtausch Pflicht ist, wie der Ablauf bei der spanischen Verkehrsbehörde DGT funktioniert, was die medizinische Untersuchung beinhaltet und welche Unterlagen Sie benötigen. Schritt für Schritt, verständlich und auf dem aktuellen Stand 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • EU-Führerscheine werden in Spanien grundsätzlich anerkannt – ein sofortiger Umtausch ist nicht erforderlich
  • Unbefristete Führerscheine (ausgestellt vor dem 19. Januar 2013) müssen spätestens zwei Jahre nach Wohnsitznahme in Spanien umgetauscht werden
  • Befristete Führerscheine (Scheckkarte mit 15 Jahren Gültigkeit) können bis zum Ablaufdatum genutzt und dann in Spanien erneuert werden
  • Der Umtausch erfordert eine medizinische Untersuchung (Psicotécnico) und einen Termin bei der DGT
  • Gesamtkosten: etwa 60 bis 80 Euro (medizinische Untersuchung plus DGT-Gebühr)
  • Das Auswärtige Amt empfiehlt den freiwilligen Umtausch für alle dauerhaft in Spanien lebenden Deutschen

Wann muss ich meinen deutschen Führerschein umtauschen?

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Ihr Führerschein in Spanien gültig ist – das ist er als EU-Führerschein grundsätzlich. Entscheidend ist, ob und wann ein Umtausch verpflichtend wird. Und das hängt von zwei Faktoren ab: dem Ausstellungsdatum Ihres Führerscheins und Ihrem Wohnsitzstatus in Spanien.

Fall 1: Unbefristeter Führerschein (ausgestellt vor dem 19. Januar 2013)

Wenn Ihr deutscher Führerschein vor dem Stichtag 19. Januar 2013 ausgestellt wurde – egal ob die alte graue Pappe, der rosa Lappen oder eine frühe Scheckkarte ohne Ablaufdatum – dann ist er unbefristet gültig. Jedenfalls in Deutschland. In Spanien sieht die Sache anders aus.

Sobald Sie Ihren Wohnsitz in Spanien anmelden und als Resident gelten, beginnt eine Zwei-Jahres-Frist. Innerhalb dieser zwei Jahre müssen Sie Ihren Führerschein bei der spanischen Verkehrsbehörde DGT (Dirección General de Tráfico) umtauschen. Das gilt auch dann, wenn Sie zusätzlich noch in Deutschland gemeldet sind.

Achtung: Die Zwei-Jahres-Frist beginnt mit der Anmeldung des Wohnsitzes in Spanien – also mit der Residencia oder dem Empadronamiento. Warten Sie nicht bis kurz vor Ablauf. An der Costa Blanca und auf Mallorca sind DGT-Termine oft wochenlang ausgebucht.

Fall 2: Befristeter Führerschein (ausgestellt ab dem 19. Januar 2013)

Neuere deutsche Führerscheine im Scheckkartenformat haben eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren. Diese werden in Spanien anerkannt, solange sie gültig sind. Ein Umtausch ist erst nach Ablauf der 15-jährigen Gültigkeit erforderlich.

In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie 2018 einen neuen Führerschein bekommen haben, können Sie diesen in Spanien bis 2033 nutzen – unabhängig davon, wie lange Sie dort leben. Danach müssen Sie allerdings einen spanischen Führerschein beantragen und die spanischen Erneuerungsregeln befolgen.

Fall 3: Kurzaufenthalt und Touristen

Wer sich als Tourist oder nur vorübergehend in Spanien aufhält – also weniger als 183 Tage pro Jahr – braucht sich keine Gedanken zu machen. Der deutsche Führerschein reicht vollkommen aus. Keine Übersetzung, keine zusätzlichen Dokumente, solange der Führerschein gültig ist und im EU-Format vorliegt.

Tipp: Auch wenn Sie noch nicht umtauspflichtig sind, empfiehlt das Auswärtige Amt den freiwilligen Umtausch für alle dauerhaft in Spanien lebenden Deutschen. Das vermeidet Diskussionen bei Polizeikontrollen – vor allem mit dem alten grauen oder rosa Führerschein, den spanische Beamte mitunter nicht kennen.

Übersicht: Wann ist der Umtausch Pflicht?

SituationUmtausch nötig?Frist
Tourist / Kurzaufenthalt unter 183 TageNeinKeine
Resident mit unbefristetem Führerschein (vor 19.01.2013)Ja2 Jahre nach Wohnsitznahme
Resident mit befristetem Führerschein (ab 19.01.2013)Erst bei AblaufNach Ablauf der 15-jährigen Gültigkeit
Schwerer Verkehrsverstoß in SpanienJaWird von der DGT angeordnet

Führerschein umtauschen Spanien

Führerschein umtauschen: Schritt für Schritt

Der Umtausch eines EU-Führerscheins in einen spanischen ist grundsätzlich unkompliziert – keine Prüfung, keine Fahrschule, kein Sprachtest. Trotzdem gibt es einige Schritte, die in der richtigen Reihenfolge erledigt werden müssen. Hier der komplette Ablauf:

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Bevor Sie einen Termin buchen, stellen Sie sicher, dass Sie folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben einen gültigen Wohnsitz in Spanien (Residencia oder Empadronamiento)
  • Sie besitzen eine NIE-Nummer – falls nicht, lesen Sie unseren Ratgeber zur NIE-Nummer
  • Ihr deutscher Führerschein ist gültig und wurde nicht entzogen oder gesperrt
  • Sie erfüllen das Mindestalter für die jeweilige Führerscheinklasse nach spanischem Recht

Schritt 2: Medizinische Untersuchung (Psicotécnico)

Das ist der Schritt, der die meisten Auswanderer überrascht: In Spanien ist für jeden Führerschein – ob Neuerwerb, Umtausch oder Verlängerung – eine medizinische Untersuchung vorgeschrieben. Diese wird Psicotécnico oder offiziell „Informe de Aptitud Psicofísica“ genannt.

Die Untersuchung findet in einem autorisierten Centro de Reconocimiento de Conductores (CRC) statt. Diese Zentren gibt es in praktisch jeder größeren Stadt – an der Costa Blanca und auf Mallorca finden Sie zahlreiche. Einen Termin können Sie in der Regel telefonisch oder direkt vor Ort vereinbaren.

Was wird getestet?

  • Sehtest – Bringen Sie Ihre Brille oder Kontaktlinsen mit
  • Hörtest – Hörgerät mitbringen, falls vorhanden
  • Reaktionstest – Am Computer: Sie müssen mit beiden Händen gleichzeitig einen Balken durch eine Fahrspur steuern
  • Allgemeiner Gesundheitscheck – Blutdruck, Reflexe, Fragen zu Vorerkrankungen und Medikamenten

Die gesamte Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten und kostet zwischen 30 und 50 Euro – je nach Zentrum und Region. Das Gutachten ist 90 Tage lang gültig. Planen Sie den Termin also zeitnah vor dem DGT-Besuch ein.

Praxistipp: Viele CRCs befinden sich in der Nähe der DGT-Büros. An der Costa Blanca gibt es DGT-Stellen in Alicante und Elche. Legen Sie am besten beide Termine auf denselben Tag – erst zum CRC, dann zur DGT. So vermeiden Sie eine zusätzliche Fahrt.

Schritt 3: Unterlagen zusammenstellen

Für den Umtausch bei der DGT benötigen Sie folgende Dokumente:

DokumentHinweis
Antragsformular (Modelo 03)Online auf der DGT-Website herunterladen oder vor Ort ausfüllen
Personalausweis oder ReisepassOriginal und gültig
Residencia (Certificado de Registro)Nachweis des Wohnsitzes in Spanien – mehr dazu in unserem Residencia-Ratgeber
Deutscher FührerscheinOriginal – wird beim Umtausch einbehalten
Medizinisches Gutachten (Psicotécnico)Nicht älter als 90 Tage
Passfoto32 x 26 mm, Farbe, glatter Hintergrund – oft wird das Foto direkt beim CRC gemacht
DGT-Gebühr (Tasa 2.3)28,87 € – online per Cl@ve oder mit Karte vor Ort zahlbar

Wichtig: Manche DGT-Stellen verlangen zusätzlich ein Volante de Empadronamiento (Wohnsitzbescheinigung der Gemeinde). Fragen Sie sicherheitshalber bei der Terminbuchung nach, welche Unterlagen konkret verlangt werden – das kann regional variieren.

Schritt 4: Termin bei der DGT buchen

Der Umtausch wird bei der zuständigen Jefatura Provincial de Tráfico durchgeführt. Dafür benötigen Sie einen Termin, den Sie online über die Sede Electrónica der DGT buchen können. Wählen Sie dort das Verfahren „Canje de permisos de conducción comunitarios“ und Ihre Provinz.

In beliebten Auswandererregionen wie der Provinz Alicante oder den Balearen sind Termine mitunter Wochen im Voraus ausgebucht. Buchen Sie daher frühzeitig – idealerweise sobald Sie sich für den Umtausch entschieden haben, noch bevor Sie zum CRC gehen.

Gut zu wissen: Wenn Sie kein Spanisch sprechen, können Sie einen Gestor (Behördenhelfer) beauftragen. Gestores kennen den Ablauf, haben oft bevorzugte Terminvergabe und erledigen die Formalitäten für Sie. Die Kosten liegen in der Regel bei 50 bis 100 Euro zusätzlich.

Schritt 5: Umtausch durchführen

Am Tag des Termins gehen Sie mit allen Unterlagen zur DGT. Der Sachbearbeiter prüft Ihre Dokumente, gleicht die Daten ab und nimmt Ihren deutschen Führerschein entgegen. Ja, richtig gelesen: Ihr deutscher Führerschein wird eingezogen und an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg zurückgeschickt.

Im Gegenzug erhalten Sie eine vorläufige Fahrerlaubnis (Autorización Temporal). Mit diesem Dokument dürfen Sie in Spanien fahren, bis Ihr neuer spanischer Führerschein per Post bei Ihnen eintrifft. Das dauert in der Regel vier bis acht Wochen.

Achtung: Die vorläufige Fahrerlaubnis gilt nur innerhalb Spaniens. Wenn Sie während der Wartezeit nach Deutschland oder in ein anderes Land fahren möchten, haben Sie ein Problem – denn Ihr deutscher Führerschein ist eingezogen und der spanische noch nicht da. Planen Sie Auslandsfahrten also vorher ein.

Was kostet der Führerscheinumtausch?

Im Vergleich zu vielen anderen bürokratischen Vorgängen in Spanien sind die Kosten überschaubar. Hier eine Aufstellung der typischen Ausgaben:

PositionKosten
Medizinische Untersuchung (CRC)30 – 50 €
DGT-Gebühr (Tasa 2.3 – Canje)28,87 €
Passfoto (falls nicht beim CRC inklusive)5 – 10 €
Gestor (optional, aber empfehlenswert)50 – 100 €
Gesamt (ohne Gestor)ca. 60 – 90 €
Gesamt (mit Gestor)ca. 110 – 190 €

Der spanische Führerschein: Was ändert sich?

Mit dem Umtausch bekommen Sie nicht einfach eine Kopie Ihres deutschen Führerscheins mit spanischem Aufdruck. Sie werden in das spanische Fahrerverzeichnis (Registro de Conductores e Infractores) eingetragen und erhalten ein Punktekonto mit 12 Punkten. Das hat einige Konsequenzen, die Sie kennen sollten.

Gültigkeitsdauer und Verlängerung

Spanische Führerscheine sind nicht unbefristet gültig. Die Gültigkeitsdauer richtet sich nach Ihrem Alter und der Führerscheinklasse:

FührerscheinklasseUnter 65 JahreAb 65 Jahre
Klasse B (Pkw)10 Jahre5 Jahre
Klasse A (Motorrad)10 Jahre5 Jahre
Klasse C/D (Lkw/Bus)5 Jahre3 Jahre

Bei jeder Verlängerung ist erneut eine medizinische Untersuchung im CRC erforderlich. Die gute Nachricht: Die Verlängerung kann seit einigen Jahren komplett im CRC abgewickelt werden – ein zusätzlicher DGT-Termin ist dafür nicht mehr nötig. Die Gebühr für die Verlängerung beträgt derzeit 24,58 Euro (Personen ab 70 Jahre sind von der Gebühr befreit).

Das spanische Punktesystem

Anders als in Deutschland, wo Sie Punkte in Flensburg sammeln bis es Konsequenzen gibt, funktioniert das spanische System umgekehrt: Sie starten mit 12 Punkten und verlieren bei Verstößen Punkte. Wenn alle Punkte weg sind, wird der Führerschein eingezogen.

Einige Beispiele für Punkteabzug:

  • Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage: 6 Punkte
  • Alkohol am Steuer (über 0,5 Promille): 6 Punkte
  • Geschwindigkeitsüberschreitung über 50 km/h: 6 Punkte
  • Überfahren einer roten Ampel: 4 Punkte
  • Nicht angeschnallt: 4 Punkte

Gut zu wissen: Auch wenn Sie noch keinen spanischen Führerschein haben – als Resident werden Verkehrsverstöße mit Punkteabzug von der DGT trotzdem registriert. Der Umtausch ändert daran nichts, aber mit einem spanischen Führerschein haben Sie den Überblick über Ihr Punktekonto. Ihren aktuellen Punktestand können Sie über die App miDGT oder telefonisch unter 060 abfragen.

Die miDGT-App: Ihr digitaler Führerschein

Sobald Sie einen spanischen Führerschein besitzen, können Sie diesen in der App miDGT digital speichern. Die App ist das offizielle digitale Tool der spanischen Verkehrsbehörde und bietet einige praktische Funktionen für den Alltag:

  • Digitaler Führerschein – rechtlich gleichwertig zum Plastikkärtchen, bei Kontrollen vorzeigbar
  • Punktestand – jederzeit einsehen, wie viele Punkte Sie noch haben
  • Fahrzeugdaten – Informationen zu Ihren zugelassenen Fahrzeugen, inklusive ITV-Termine
  • Bußgelder – offene und bezahlte Strafen einsehen und direkt begleichen

Die App ist kostenlos und für iOS und Android verfügbar. Für die Registrierung benötigen Sie ein Certificado Digital oder Cl@ve PIN – beides Identifikationssysteme der spanischen Verwaltung. Falls Sie diese noch nicht eingerichtet haben, hilft Ihnen eine Gestoría dabei. Über die App können Sie außerdem DGT-Gebühren zahlen und Termine für Verlängerungen buchen.

Wichtige Verkehrsregeln in Spanien: Was anders ist als in Deutschland

Mit dem Führerschein allein ist es nicht getan – wer in Spanien fährt, sollte auch die wichtigsten Unterschiede im Straßenverkehr kennen. Einige Regelungen weichen deutlich von dem ab, was Sie aus Deutschland gewohnt sind.

Tempolimits: Innerorts gilt wie in Deutschland 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h (statt 100 km/h in Deutschland) und auf Autobahnen 120 km/h. In Wohngebieten (Zonas 30) sind oft nur 30 km/h erlaubt. Seit 2021 gilt in vielen innerstädtischen Bereichen sogar ein Limit von 20 km/h auf einspurigen Straßen.

Alkohol am Steuer: Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille, für Fahranfänger (weniger als zwei Jahre Führerschein) und Berufskraftfahrer bei 0,3 Promille. Die Strafen sind empfindlich: ab 500 Euro Bußgeld und sechs Punkte Abzug.

Warndreieck und Warnweste: Bei einer Panne müssen Sie eine reflektierende Warnweste tragen, sobald Sie das Fahrzeug verlassen. Das klassische Warndreieck wird in Spanien schrittweise durch die V16-Warnleuchte ersetzt – ein blinkendes Warnlicht, das auf dem Autodach befestigt wird. Für Neufahrzeuge ist die V16 bereits Pflicht.

Kreisverkehr: In Spanien fahren die meisten Fahrer auf der äußeren Spur im Kreisverkehr – auch wenn sie mehrere Ausfahrten nehmen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass jemand blinkt, und fahren Sie defensiv.

Gerade für Auswanderer, die sich erst an den spanischen Fahrstil gewöhnen müssen, ist ein guter KFZ-Versicherungsschutz besonders wichtig. Wir beraten Sie gerne zu den verschiedenen Deckungsoptionen – von der Haftpflicht bis zur Vollkasko.

Der alte graue oder rosa Führerschein: Sonderfall

Viele deutsche Auswanderer – gerade in der Generation 50+ – besitzen noch den alten Führerschein im Papierformat: die graue Pappe (ausgestellt bis 1986) oder den rosafarbenen Führerschein (ausgestellt bis 1998). Beide sind in Spanien grundsätzlich gültig und werden nach EU-Recht anerkannt.

In der Praxis sieht das allerdings anders aus. Spanische Polizeibeamte kennen diese Formate oft nicht und reagieren bei Kontrollen skeptisch. Beim Mietwagenverleih wird ein alter Papierführerschein ebenfalls häufig nicht akzeptiert. Und spätestens seit der EU-weiten Umtauschpflicht bis 2033 ist absehbar, dass diese Formate auslaufen.

Unser Rat: Wenn Sie dauerhaft in Spanien leben, tauschen Sie den alten Führerschein lieber früher als später. Das spart Diskussionen und potenzielle Probleme – gerade im Schadensfall mit der KFZ-Versicherung.

Führerschein und KFZ-Versicherung: Was Auswanderer wissen müssen

Der Führerschein ist nur ein Teil des Ganzen. Sobald Sie als Resident in Spanien leben und ein Fahrzeug besitzen oder Ihr deutsches Auto mitbringen, brauchen Sie auch eine spanische KFZ-Versicherung. Die deutsche Versicherung erlischt, sobald Sie Ihren Wohnsitz dauerhaft nach Spanien verlegen.

In unserem Leitfaden zum Auto ummelden in Spanien erfahren Sie alles über den Ablauf der Fahrzeugummeldung, die ITV-Prüfung (spanischer TÜV) und die nötigen Dokumente. Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist in Spanien gesetzlich vorgeschrieben – ohne gültigen Versicherungsnachweis gibt es keine spanischen Kennzeichen.

Tipp: Ihr deutscher Schadenfreiheitsrabatt kann in der Regel auf die spanische KFZ-Versicherung übertragen werden. Fordern Sie dafür rechtzeitig eine Schadenfreiheitsbescheinigung bei Ihrer deutschen Versicherung an. Als unabhängiger Versicherungsmakler vergleichen wir die besten Tarife für Sie – auf Deutsch und kostenlos. Jetzt KFZ-Versicherung vergleichen.

Checkliste: Führerschein umschreiben in Spanien

Damit Sie den Überblick behalten, hier die wichtigsten Schritte als Checkliste:

  1. Prüfen Sie, ob ein Umtausch für Sie verpflichtend ist – anhand des Ausstellungsdatums und Ihres Wohnsitzstatus
  2. NIE-Nummer und Residencia besorgen, falls noch nicht vorhanden
  3. DGT-Termin buchen – frühzeitig, da Wartezeiten von mehreren Wochen üblich sind
  4. Medizinische Untersuchung (Psicotécnico) im CRC durchführen – maximal 90 Tage vor dem DGT-Termin
  5. Unterlagen zusammenstellen – Modelo 03, Ausweis, Residencia, Führerschein, Gutachten, Foto
  6. DGT-Gebühr zahlen – 28,87 € online per Cl@ve oder vor Ort mit Karte (ein spanisches Bankkonto erleichtert sämtliche Behördenzahlungen)
  7. Termin bei der DGT wahrnehmen – vorläufige Fahrerlaubnis erhalten
  8. Spanischen Führerschein per Post erhalten – nach vier bis acht Wochen
  9. KFZ-Versicherung prüfenspätestens jetzt spanische KFZ-Versicherung abschließen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich mit meinem deutschen Führerschein in Spanien Auto fahren?

Ja, grundsätzlich werden EU-Führerscheine in Spanien anerkannt. Touristen und Kurzbesucher können ohne Einschränkungen fahren. Residenten müssen jedoch je nach Führerscheintyp innerhalb bestimmter Fristen umtauschen: bei unbefristeten Führerscheinen innerhalb von zwei Jahren nach Wohnsitznahme, bei befristeten Führerscheinen nach Ablauf der Gültigkeit.

Muss ich eine Fahrprüfung ablegen, wenn ich meinen deutschen Führerschein umtausche?

Nein. Beim Umtausch eines EU-Führerscheins (Klasse A und B) ist keine theoretische oder praktische Prüfung erforderlich. Sie müssen lediglich eine medizinische Untersuchung (Psicotécnico) bestehen und die Verwaltungsgebühr zahlen. Nur bei besonderen Umständen – etwa wenn bestimmte Führerscheinklassen nicht direkt übertragbar sind – kann eine Prüfung verlangt werden.

Was passiert mit meinem deutschen Führerschein beim Umtausch?

Ihr deutscher Führerschein wird bei der DGT eingezogen und an das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg zurückgeschickt. Sie erhalten im Gegenzug eine vorläufige Fahrerlaubnis und wenige Wochen später Ihren spanischen Führerschein per Post. Auf dem spanischen Führerschein werden sowohl das ursprüngliche Ausstellungsdatum der deutschen Fahrerlaubnis als auch das spanische Ablaufdatum vermerkt.

Kann ich mit dem spanischen Führerschein in Deutschland fahren?

Ja, ohne Einschränkungen. Der spanische Führerschein wird in allen EU-Ländern anerkannt. Sie können damit problemlos bei Heimatbesuchen in Deutschland fahren, Mietwagen buchen und auch für längere Aufenthalte nutzen. Zusätzlich können Sie Ihren Führerschein in der App miDGT digital speichern.

Was passiert, wenn ich den Umtausch verpasse?

Wenn die Zwei-Jahres-Frist für unbefristete Führerscheine abgelaufen ist, fahren Sie technisch gesehen ohne gültige Fahrerlaubnis in Spanien. Bei einer Polizeikontrolle droht ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. Schwerwiegender kann es im Schadensfall werden: Die KFZ-Versicherung könnte unter bestimmten Umständen Leistungen verweigern, wenn der Führerschein nicht den spanischen Vorschriften entspricht.

Wie lange dauert der gesamte Umtausch?

Von der Terminbuchung bis zum Erhalt des spanischen Führerscheins sollten Sie insgesamt vier bis acht Wochen einplanen. Die längste Wartezeit entsteht meist bei der Terminvergabe bei der DGT – in beliebten Regionen wie der Costa Blanca oder Mallorca können Termine mehrere Wochen im Voraus ausgebucht sein. Die medizinische Untersuchung selbst dauert nur 15 bis 20 Minuten, der DGT-Termin etwa 30 Minuten.

Gilt die Umtauschpflicht auch für Schweizer?

Ja, mit einer wichtigen Einschränkung: Die Schweiz gehört nicht zur EU, weshalb Schweizer Führerscheine nicht automatisch den gleichen Regelungen unterliegen. Schweizer, die länger als sechs Monate in Spanien leben, müssen ihren Führerschein in einen spanischen umschreiben lassen. Der Ablauf ist im Wesentlichen identisch, allerdings können zusätzliche Dokumente oder Übersetzungen erforderlich sein.

Wir beraten Sie – rund ums Auto in Spanien

Der Führerscheinumtausch ist einer von vielen Schritten auf dem Weg zum Alltag in Spanien. Als unabhängiger Versicherungsmakler mit über 50 Jahren Erfahrung in Spanien beraten wir Sie nicht nur beim Führerschein, sondern auch bei allem, was danach kommt: die passende KFZ-Versicherung, die Fahrzeugummeldung und die richtige Absicherung für Ihr Leben in Spanien – von der Krankenversicherung bis zur Gebäude- und Hausratversicherung.

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Dieser Ratgeber wurde sorgfältig recherchiert und gibt den Stand März 2026 wieder. Gebühren, Fristen und Verfahren können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Jefatura de Tráfico oder das spanische Verkehrsministerium. Für alle Versicherungsfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschrieben von

Goring Versicherungsmakler

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