Spanisches Bankkonto eröffnen: Anleitung für Deutsche 2026

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Spanisches Bankkonto eröffnen

Ohne spanisches Bankkonto läuft in Spanien fast nichts. Kein Strom- oder Internetvertrag, keine Mietzahlung per Lastschrift, keine Grundsteuer, kein Gehaltseingang. Selbst wer nur ein Ferienhaus besitzt, kommt um eine spanische IBAN kaum herum. Trotzdem schieben viele deutsche Auswanderer diesen Schritt vor sich her – aus Unsicherheit, wegen der Sprachbarriere oder schlicht, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Dabei ist die Kontoeröffnung in Spanien unkomplizierter als gedacht. Vorausgesetzt, man weiß, welche Bank die richtige ist und welche Unterlagen man braucht. Genau das klären wir in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sie brauchen ein spanisches Bankkonto für Lastschriften, Versorgungsverträge, Steuern und den Versicherungsschutz
  • Die NIE-Nummer ist bei fast allen Banken Voraussetzung – ohne NIE geht wenig
  • Spanien unterscheidet zwischen Konten für Residenten und Konten für Nicht-Residenten – mit unterschiedlichen Anforderungen und Gebühren
  • Mehrere Banken bieten deutschsprachigen Service an, darunter CaixaBank (HolaBank), Banco Sabadell und die Online-Bank N26
  • Die jährlichen Kontoführungsgebühren variieren stark: von 0 Euro (Online-Banken, Gehaltskonto) bis 240 Euro (Filialbank ohne Bindungsprodukte)

Warum ein spanisches Bankkonto unverzichtbar ist

Ein deutsches Konto funktioniert in Spanien nur bedingt. Zwar sind SEPA-Überweisungen innerhalb der EU kostenfrei, aber im spanischen Alltag stoßen Sie schnell an Grenzen. Versorgungsunternehmen für Strom, Wasser und Gas verlangen in der Regel eine spanische IBAN für die Lastschrift. Dasselbe gilt für Internet- und Mobilfunkverträge. Die Gemeindesteuer IBI (Impuesto sobre Bienes Inmuebles) wird ebenfalls per Lastschrift von einem spanischen Konto eingezogen. Und wer in Spanien eine Immobilie kauft, braucht spätestens beim Notar einen zertifizierten Bankscheck – den stellt nur eine spanische Bank aus.

Auch für Versicherungen ist ein spanisches Konto praktisch unverzichtbar. Die Prämien für Ihre Krankenversicherung, die Hausratversicherung oder die KFZ-Versicherung werden üblicherweise per Lastschrift eingezogen. Theoretisch geht das auch von einem SEPA-Konto im Ausland, in der Praxis akzeptieren das aber nicht alle Anbieter ohne Weiteres.

Dazu kommt ein Aspekt, den viele erst nach der Ankunft in Spanien bemerken: Bizum. Das ist das spanische Pendant zu PayPal, nur schneller, kostenlos und direkt ins Bankkonto integriert. Über 30 Millionen Spanier nutzen Bizum für Sofortüberweisungen per Handynummer – vom Restaurantbesuch mit Freunden bis zur Mietzahlung an den Vermieter. Ohne spanisches Konto kein Bizum, und ohne Bizum fehlt einem im spanischen Alltag ein ziemlich praktisches Werkzeug.

Resident oder Nicht-Resident: Der entscheidende Unterschied

Bevor Sie eine Bank aufsuchen, sollten Sie wissen, welcher Kontotyp für Sie in Frage kommt. In Spanien gibt es eine klare Unterscheidung zwischen Konten für Residenten und Konten für Nicht-Residenten – und die hat Auswirkungen auf Dokumente, Gebühren und verfügbare Leistungen.

KriteriumKonto für ResidentenKonto für Nicht-Residenten
Für wen?Personen mit Residencia in SpanienFerienhausbesitzer, Gelegenheitsnutzer, Personen ohne Wohnsitz in Spanien
Benötigte DokumenteNIE + Residencia-Bescheinigung (CUE), Adressnachweis, EinkommensnachweisReisepass oder Personalausweis, NIE, Certificado de No Residente, Adressnachweis (auch ausländisch)
KontoführungsgebührenOft kostenlos bei Gehalts- oder RenteneingangIn der Regel höher, selten kostenlos
LeistungsumfangVollzugang: Kreditkarten, Hypotheken, Wertpapiere, BizumEingeschränkt: Grundlegende Kontofunktionen, teils keine Kreditkarten
Steuerliche BehandlungSteuerpflichtig in SpanienSteuerpflichtig im Herkunftsland
Späterer Wechsel möglich?Ja, Umwandlung in Residentenkonto nach Erhalt der Residencia

Praxis-Tipp: Viele Deutsche eröffnen zunächst ein Konto für Nicht-Residenten und wandeln es später um, sobald die Residencia vorliegt. Das ist ein pragmatischer Weg, weil Sie sofort eine spanische IBAN haben und Verträge abschließen können, während die Behördengänge noch laufen.

Was Sie für die Kontoeröffnung brauchen

Die Dokumentenliste variiert je nach Bank, aber im Kern verlangen alle spanischen Banken dasselbe. Hier die Übersicht – getrennt nach Kontotyp:

Für ein Residentenkonto

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis
  • NIE-Nummer (Número de Identificación de Extranjero) – falls Sie die noch nicht haben, hilft Ihnen unser Ratgeber zur NIE-Beantragung
  • Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión (die grüne Karte, umgangssprachlich „Residencia“)
  • Empadronamiento oder ein anderer Nachweis Ihrer spanischen Adresse
  • Einkommensnachweis: Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnung, Rentenbescheid oder Steuerbescheid

Für ein Nicht-Residentenkonto

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis
  • NIE-Nummer (wird von den meisten Banken verlangt; ohne NIE akzeptieren nur wenige wie N26 oder BBVA eine Kontoeröffnung)
  • Certificado de No Residente – eine Bescheinigung, dass Sie nicht in Spanien ansässig sind. Dieses Dokument bekommen Sie bei der Policía Nacional (Oficina de Extranjería) in Spanien oder über das spanische Konsulat in Deutschland. Dafür brauchen Sie das Formular EX-15 und die Gebühr für das Modelo 790 Código 012.
  • Adressnachweis aus Ihrem Heimatland (Meldebescheinigung, Kontoauszug oder Stromrechnung)
  • Einkommensnachweis (je nach Bank: Gehaltsabrechnung, Steuerbescheid oder Rentenbescheid)

Gut zu wissen: Spanische Banken haben keinen Zugriff auf die deutsche Schufa. Ein negativer Schufa-Eintrag hindert Sie also nicht an der Kontoeröffnung. Allerdings gibt es in Spanien ein eigenes Schuldnerregister namens ASNEF (Asociación Nacional de Establecimientos Financieros de Crédito), in das Sie bei Zahlungsverzug eingetragen werden können.

Welche Kontoarten gibt es in Spanien?

Das spanische Bankensystem kennt verschiedene Kontotypen, die sich in ihrer Funktion von deutschen Konten unterscheiden. Die wichtigsten auf einen Blick:

Die Cuenta Corriente ist das spanische Girokonto und die gängigste Kontoart. Es bietet alle Grundfunktionen: Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und Online-Banking. Für die meisten Auswanderer ist das die richtige Wahl.

Die Cuenta Nómina ist ein Gehaltskonto, auf das regelmäßige Einkünfte eingehen – Gehalt, Rente oder andere wiederkehrende Zahlungen. Der Vorteil: Bei Domizilierung des Einkommens entfallen bei vielen Banken die Kontoführungsgebühren komplett. In Spanien ist die sogenannte Domiciliación – also das Einrichten regelmäßiger Eingänge und das Abbuchen von Rechnungen über das Konto – der Schlüssel zu einem kostenfreien Girokonto.

Die Cuenta de Ahorros ist ein Sparkonto mit tendenziell besserer Verzinsung, aber eingeschränkteren Funktionen als das Girokonto. Wer Geld parken möchte, kann das als Ergänzung nutzen.

Daneben gibt es die Cuenta de Depósito – vergleichbar mit einem Festgeldkonto. Höhere Zinsen, dafür ist das Geld für einen festgelegten Zeitraum gebunden. Für den Alltag irrelevant, als Sparinstrument aber interessant.

Die wichtigsten Banken für Deutsche in Spanien

Die fünf größten spanischen Banken kontrollieren zusammen rund 70 Prozent aller Bankaktiva im Land. Für deutsche Auswanderer sind aber nicht alle gleich gut geeignet. Entscheidend sind deutschsprachiger Service, Zugänglichkeit für Ausländer und transparente Gebührenstrukturen.

BankStärken für DeutscheGebühren (Orientierung)
CaixaBank (HolaBank)Spezialprogramm für Ausländer, deutschsprachige Website und Berater, über 11.000 Geldautomaten, Visa-Kreditkarte inklusiveAb ca. 140 Euro/Jahr (Nicht-Residenten); mit Gehaltsbindung reduziert oder kostenlos
Banco SabadellDeutschsprachige Mitarbeiter in Touristengebieten, spezielles Konto für Nicht-Residenten (Key Account), Teil des EURO-6000-NetzwerksCa. 240 Euro/Jahr; mit Gehalt ab 700 Euro/Monat + Zusatzprodukt: 120 Euro/Jahr
BBVAModerne App, Kontoeröffnung teils online möglich, breites Filialnetz, keine Kontoführungsgebühr bei Online-Konto mit BedingungenCuenta Online ohne Gebühr (bei Bedingungen); sonst ca. 240 Euro/Jahr
Banco SantanderGrößte Bank Spaniens, dichtes Filialnetz, seit 2025 Online-Eröffnung für EU-Bürger, Nicht-Residentenkonto verfügbarCa. 240 Euro/Jahr; 50 % Rabatt bei Mindesteingang von 600 Euro/Monat
N26Komplett auf Deutsch, Kontoeröffnung in 8 Minuten per App, spanische IBAN, keine NIE nötig, kostenlose MastercardBasiskonto kostenlos; Premium-Modelle ab 4,90 Euro/Monat

Filialbank oder Online-Bank?

Diese Frage stellt sich früher oder später. Beide Varianten haben ihre Berechtigung – und viele Deutsche in Spanien fahren am besten mit einer Kombination aus beiden.

Filialbanken wie CaixaBank, Sabadell oder BBVA bieten den Vorteil, dass Sie einen Ansprechpartner vor Ort haben. Bei einem Immobilienkauf brauchen Sie ohnehin eine Filialbank, denn nur diese kann den beim Notar erforderlichen zertifizierten Bankscheck (Cheque Bancario) ausstellen. Auch für Hypotheken, Wertpapiere und komplexere Finanzprodukte führt kein Weg an einer klassischen Bank vorbei.

Online-Banken wie N26 oder Openbank (eine Tochter der Santander) punkten mit niedrigen oder keinen Gebühren, einfacher Kontoeröffnung und einer modernen App. N26 hat für deutsche Auswanderer den großen Vorteil, dass der gesamte Service auf Deutsch verfügbar ist – von der App bis zum Kundenservice. Allerdings: Für einen Immobilienkauf oder eine Hypothekenfinanzierung sind reine Online-Banken nicht geeignet.

Unser Tipp: Eröffnen Sie ein N26-Konto als schnelle Lösung für den Start und ein Filialkonto bei CaixaBank oder Sabadell, sobald Sie Ihre NIE haben. So haben Sie das Beste aus beiden Welten.

Bankkonto Spanien eröffnen Auswandern

Schritt für Schritt: So eröffnen Sie Ihr spanisches Bankkonto

Der Ablauf unterscheidet sich je nachdem, ob Sie persönlich in einer Filiale oder online eröffnen. Hier der typische Weg für beide Varianten:

Kontoeröffnung in der Filiale

Vereinbaren Sie einen Termin (Cita Previa) bei der gewünschten Bank. Das können Sie telefonisch, online oder direkt in der Filiale tun. Gehen Sie nicht ohne Termin hin – in vielen Filialen werden Laufkunden ohne Termin nicht bedient. Bringen Sie alle Dokumente im Original mit, dazu Kopien. Der Bankmitarbeiter füllt mit Ihnen die Anträge aus, erklärt die Konditionen und lässt Sie den Vertrag unterschreiben. In der Regel erhalten Sie direkt eine vorläufige Kontonummer. Die Bankkarte wird dann innerhalb von etwa einer Woche per Post an Ihre spanische Adresse geschickt. Bei Banken mit Ausländer-Service wie CaixaBank (HolaBank) oder Sabadell sprechen die Berater in Touristenregionen häufig Deutsch oder zumindest Englisch.

Online-Kontoeröffnung

Bei N26 funktioniert die Eröffnung komplett per Smartphone. Sie brauchen die App, einen gültigen Personalausweis, eine spanische Adresse und eine Handynummer – auch eine deutsche Nummer wird akzeptiert. Nach der Registrierung folgt eine Video-Identifikation. Das Ganze dauert tatsächlich nur wenige Minuten. Auch CaixaBank bietet über das HolaBank-Programm eine Online-Eröffnung für EU-Bürger an. Allerdings müssen Sie dort innerhalb von sechs Monaten eine Filiale aufsuchen, um sich persönlich zu identifizieren. Bis dahin sind bestimmte Funktionen eingeschränkt – etwa internationale Überweisungen oder Einzahlungen über 600 Euro pro Monat.

Gebühren: Womit Sie rechnen müssen

Eines vorweg: Spanische Banken sind im europäischen Vergleich nicht gerade günstig. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten Gebühren vermeiden lassen, wenn man weiß, wie.

Die Kontoführungsgebühren liegen bei den großen Filialbanken bei rund 240 Euro pro Jahr. Das klingt nach viel, wird aber in der Praxis selten in voller Höhe fällig. Der Trick heißt Domiciliación: Wer sein Gehalt oder seine Rente auf das Konto überweisen lässt und Rechnungen per Lastschrift einzieht, bekommt die Gebühren in der Regel erlassen oder stark reduziert. Bei CaixaBank und BBVA sind die Konten unter bestimmten Bedingungen komplett kostenfrei. ING und Openbank bieten generell keine Kontoführungsgebühren.

Kartengebühren fallen für die Debitkarte bei den meisten Banken nicht gesondert an. Kreditkarten kosten je nach Anbieter zwischen 0 und 40 Euro pro Jahr. Geldabhebungen am eigenen Automaten sind kostenlos, an Fremdautomaten werden bis zu 2 Euro pro Abhebung fällig. Bei BBVA gilt die Regel, dass Abhebungen ab 150 Euro an allen Automaten in der Eurozone gebührenfrei sind.

Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums sind kostenlos. Das gilt für Überweisungen von und nach Deutschland genauso wie für Zahlungen innerhalb Spaniens. Für Überweisungen in Drittländer außerhalb der EU fallen dagegen Gebühren an, die je nach Bank und Betrag zwischen 5 und 30 Euro liegen können.

Bizum: Das Bezahlsystem, das Sie kennen sollten

An Bizum kommt in Spanien niemand vorbei. Das 2016 gestartete Sofort-Bezahlsystem ist in die Apps von über 38 spanischen Banken integriert und wird von mehr als 30 Millionen Menschen genutzt – das ist mehr als die Hälfte der spanischen Bevölkerung. In einer Umfrage der spanischen Verbraucherorganisation OCU gaben 63 Prozent der Befragten an, Bizum im letzten Jahr genutzt zu haben – mehr als PayPal oder Apple Pay.

Das Prinzip ist simpel: Sie verknüpfen Ihre Handynummer mit Ihrem spanischen Bankkonto und können dann Geld senden und empfangen – nur mit der Telefonnummer des Empfängers, ohne IBAN oder Bankdaten. Die Überweisung ist in Sekunden abgeschlossen und kostenlos. Das Maximum pro Einzeltransaktion liegt bei 1.000 Euro, der Tagesbetrag bei 2.000 Euro.

Im Alltag begegnet Ihnen Bizum ständig: Wenn Freunde die Restaurantrechnung aufteilen, wenn der Handwerker bezahlt werden will oder wenn die Comunidad die Gemeinschaftskosten einsammelt. Rund 44 Prozent der kleinen Geschäfte in Spanien akzeptieren Bizum als Zahlungsmittel, und auch im Online-Handel ist es verbreitet.

Wichtig für Deutsche: Bizum funktioniert nur mit einem spanischen Bankkonto. Ein deutsches Konto reicht nicht, auch wenn die Nummer mit einer spanischen SIM-Karte verknüpft ist. Sobald Sie Ihr spanisches Konto haben, können Sie Bizum direkt in der Banking-App aktivieren.

Sieben Praxis-Tipps für deutsche Auswanderer

1. NIE zuerst beantragen

Ohne NIE-Nummer kommen Sie bei den meisten Banken nicht weit. Planen Sie die Kontoeröffnung also erst, wenn die NIE vorliegt oder zumindest beantragt ist. Einzige Ausnahme: N26 akzeptiert auch einen deutschen Personalausweis ohne NIE.

2. Deutschsprachigen Service nutzen

Bankverträge sind auch in der Muttersprache kompliziert genug. Suchen Sie sich eine Bank, die deutschsprachige Berater hat – zumindest für die Kontoeröffnung und bei Problemen. CaixaBank und Sabadell bieten das in den Touristenregionen an der Costa Blanca, Costa del Sol und auf den Inseln an.

3. Gebühren aktiv verhandeln

Spanische Bankgebühren sind oft verhandelbar – ein Punkt, den Deutsche häufig nicht wissen. Fragen Sie gezielt nach Vergünstigungen: bei Domizilierung des Gehalts oder der Rente, beim Abschluss einer Versicherung über die Bank oder bei Abnahme eines Zusatzprodukts. Die Unterschiede können bis zu 200 Euro pro Jahr ausmachen.

4. Versicherungsprämien per Lastschrift einrichten

Sobald Ihr Konto steht, richten Sie Lastschriften für Ihre Versicherungen ein: Krankenversicherung, Hausratversicherung und KFZ-Versicherung. Das vermeidet Zahlungsverzögerungen und sichert Ihren Versicherungsschutz – denn bei ausbleibender Prämienzahlung kann die Police ausgesetzt werden.

5. Deutsches Konto nicht vorschnell schließen

Behalten Sie Ihr deutsches Konto zumindest in der Übergangszeit. Für Überweisungen nach Deutschland, eventuelle Mieteinnahmen aus einer deutschen Immobilie oder laufende Verträge in Deutschland ist es praktisch. Auch für Besuche in Deutschland ist es hilfreich, weiterhin eine deutsche Karte zu haben.

6. Geldwäscheprüfung nicht unterschätzen

Spanische Banken sind gesetzlich verpflichtet, die Herkunft von Geldern zu prüfen – besonders bei größeren Beträgen. Wenn Sie Eigenkapital für einen Immobilienkauf überweisen, bereiten Sie Nachweise vor: Steuerbescheide, Kaufverträge, Sparnachweise oder Schenkungsurkunden. CaixaBank und Sabadell akzeptieren diese Unterlagen in der Regel auch auf Deutsch, bei anderen Banken kann eine beglaubigte Übersetzung (Traducción Jurada) verlangt werden.

7. Kontowechsel später einfach möglich

Wenn Sie mit Ihrer ersten Bank nicht zufrieden sind: Ein Wechsel ist in Spanien jederzeit möglich und unkomplizierter als in Deutschland. Es gibt keine Vertragsbindung beim Girokonto. Richten Sie einfach die Lastschriften beim neuen Konto ein und kündigen Sie das alte.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich ein spanisches Bankkonto ohne NIE eröffnen?

Bei den meisten Filialbanken ist die NIE-Nummer Pflicht. Ausnahmen sind die Online-Bank N26, bei der ein deutscher Personalausweis und eine spanische Adresse ausreichen, sowie in Einzelfällen BBVA und Santander, die unter bestimmten Bedingungen eine Kontoeröffnung ohne NIE ermöglichen. Für ein vollwertiges Residentenkonto brauchen Sie die NIE aber in jedem Fall. Wie Sie die NIE beantragen, erfahren Sie in unserem NIE-Ratgeber.

Was ist der Unterschied zwischen einem Residentenkonto und einem Nicht-Residentenkonto?

Ein Residentenkonto steht Personen offen, die ihren Wohnsitz offiziell in Spanien haben (Residencia). Es bietet den vollen Leistungsumfang: Kreditkarten, Hypotheken, Wertpapierhandel und vergünstigte Konditionen bei Gehaltsbindung. Ein Nicht-Residentenkonto ist für Personen ohne spanischen Wohnsitz – etwa Ferienhausbesitzer. Es hat eingeschränkte Funktionen und oft höhere Gebühren. Sobald Sie die Residencia erhalten, können Sie Ihr Nicht-Residentenkonto in ein vollwertiges Residentenkonto umwandeln.

Was ist ein Certificado de No Residente und wo bekomme ich es?

Das Certificado de No Residente ist ein Dokument, das Ihren Status als Nicht-Resident in Spanien bestätigt. Viele Banken verlangen es bei der Eröffnung eines Nicht-Residentenkontos. Sie erhalten es bei der Policía Nacional (Oficina de Extranjería) in Spanien oder über das spanische Konsulat in Deutschland. Benötigt werden das Formular EX-15, Ihr Ausweis und die Zahlung der Gebühr über Modelo 790 Código 012. Das Zertifikat wird normalerweise innerhalb von fünf Arbeitstagen ausgestellt.

Welche Bank eignet sich am besten für deutsche Auswanderer?

Das hängt von Ihrer Situation ab. CaixaBank mit dem HolaBank-Programm ist besonders beliebt bei Ausländern, weil sie deutschsprachigen Service und ein spezielles Ausländerkonto bietet. Banco Sabadell hat ebenfalls deutschsprachige Berater in den Touristenregionen. Für den schnellen Start ohne Papierkram ist N26 eine gute Ergänzung – komplett auf Deutsch, kostenlos und innerhalb von Minuten eingerichtet. Viele Deutsche nutzen eine Kombination: N26 für den Alltag, Filialbank für Versicherungen, Lastschriften und Immobiliengeschäfte.

Kann ich mein deutsches Konto in Spanien weiter nutzen?

Grundsätzlich ja – SEPA-Überweisungen funktionieren EU-weit. Allerdings akzeptieren viele spanische Versorgungsunternehmen, Vermieter und Behörden nur spanische IBANs für Lastschriften. Auch Bizum funktioniert nur mit einem spanischen Konto. Für den Alltag in Spanien ist ein lokales Konto daher praktisch unverzichtbar. Ihr deutsches Konto können Sie als Zweitkonto für Überweisungen nach Deutschland und laufende Verträge in Deutschland weiter nutzen.

Was kostet ein spanisches Bankkonto?

Die Spanne reicht von 0 Euro (N26, ING, BBVA Online mit Bedingungen) bis etwa 240 Euro pro Jahr bei Filialbanken ohne Gehaltsbindung. Die meisten Banken erlassen die Gebühren ganz oder teilweise, wenn Sie Ihr Gehalt oder Ihre Rente auf das Konto überweisen lassen. Bei CaixaBank liegt die Nicht-Residentengebühr bei rund 140 Euro jährlich. Dazu kommen eventuelle Kosten für Kreditkarten, Fremdautomaten-Abhebungen und internationale Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums.

Was ist Bizum und brauche ich das?

Bizum ist ein kostenloses Sofort-Bezahlsystem, das in fast alle spanischen Banking-Apps integriert ist. Sie können damit Geld per Handynummer senden und empfangen – in Sekunden, ohne IBAN. Über 30 Millionen Spanier nutzen Bizum, und es wird zunehmend auch in Geschäften und beim Online-Shopping akzeptiert. Technisch ist es kein Muss, im spanischen Alltag aber extrem praktisch. Bizum funktioniert ausschließlich mit einem spanischen Bankkonto.

Wir unterstützen Sie bei Ihrem Start in Spanien

Ein Bankkonto ist einer der ersten praktischen Schritte beim Auswandern – und einer, der vieles andere erst möglich macht. Von der Krankenversicherung über die Gebäude- und Hausratversicherung bis zur KFZ-Versicherung: Sobald Ihre spanische IBAN steht, können wir als Ihr Versicherungsmakler die Lastschriften einrichten und Sie rundum absichern.

Als Familienunternehmen mit über 50 Jahren Erfahrung in Spanien kennen wir nicht nur den Versicherungsmarkt, sondern auch die alltäglichen Herausforderungen, vor denen deutsche Auswanderer stehen. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie auf Deutsch, persönlich und vor Ort.

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Dieser Ratgeber wurde sorgfältig recherchiert und gibt den Stand März 2026 wieder. Konditionen und Gebühren können je nach Bank und individueller Situation variieren. Für Bankberatung wenden Sie sich bitte direkt an Ihre gewünschte Bank. Für die Absicherung Ihres Lebens in Spanien stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Geschrieben von

Goring Versicherungsmakler

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